Crossplay: Java und Bedrock zusammen spielen
Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit
Minecraft gibt es in zwei Varianten, die von Haus aus nicht miteinander sprechen: Java Edition am PC und Bedrock Edition auf Windows, Handy, Tablet und Konsolen. Wer mit Freunden auf unterschiedlichen Geräten spielen möchte, braucht Crossplay. Auf Servern übernimmt das meist das Open-Source-Projekt GeyserMC.
Was ist GeyserMC?
Geyser ist eine Übersetzungsschicht. Sie nimmt Verbindungen von Bedrock-Spielern entgegen und übersetzt das Bedrock-Protokoll in Echtzeit in das Java-Protokoll. Für den Server sieht ein Bedrock-Spieler damit aus wie ein Java-Spieler. Geyser läuft entweder als Plugin auf Paper, Spigot, Velocity und BungeeCord, als Mod auf Fabric oder als eigenständige Anwendung vor dem Server.
Floodgate: Anmelden ohne Java-Account
Bedrock-Spieler besitzen normalerweise keinen Java-Account. Ohne weiteres könnten sie sich deshalb nicht bei einem Server im Onlinemodus anmelden. Das ergänzende Plugin Floodgate löst das: Es erlaubt Bedrock-Spielern den Beitritt mit ihrem Microsoft-, Xbox- oder Handy-Konto, ohne Java Edition zu besitzen. Damit die Namen nicht mit Java-Namen kollidieren, bekommen sie standardmäßig ein Präfix, oft einen Punkt vor dem Namen.
So treten Spieler bei
- Java-Spieler: Wie gewohnt über Mehrspieler und die Serveradresse, normalerweise Port 25565.
- Bedrock-Spieler: Über Spielen, Server, Server hinzufügen mit derselben Adresse und dem Bedrock-Port, standardmäßig 19132.
Viele Server nutzen für beide Editionen dieselbe Adresse, aber unterschiedliche Ports. Achte deshalb bei der Bedrock-Eingabe unbedingt auf das Portfeld. Detaillierte Schritte findest du im Ratgeber Minecraft Server beitreten.
Was Betreiber einrichten müssen
- Geyser und Floodgate passend zur Server-Software installieren (oder auf dem Proxy, wenn du ein Netzwerk betreibst).
- Den UDP-Port 19132 in Firewall und beim Hoster freigeben. Bedrock nutzt UDP, nicht TCP wie Java.
- Server neu starten und in der Geyser-Konfiguration prüfen, dass die Verbindung zum Java-Server richtig eingetragen ist.
- Mit einem Bedrock-Gerät testen: Beitreten, bauen, Inventar öffnen, Menüs bedienen.
Grenzen und Stolpersteine
- Menüs und Inventare: Plugins mit eigenen Oberflächen funktionieren meist, sehen bei Bedrock aber teilweise anders aus. Manche Server nutzen dafür native Bedrock-Formulare.
- Mods: Serverseitige Mods, die neue Blöcke oder Items hinzufügen, werden von Bedrock-Clients in der Regel nicht dargestellt.
- Mechaniken: Redstone, Kampf und Rendering verhalten sich zwischen den Editionen an manchen Stellen unterschiedlich. Geyser gleicht viel aus, aber nicht alles.
- Versionen: Geyser muss zur Bedrock-Version der Spieler passen. Mit ViaVersion und ähnlichen Plugins können außerdem ältere und neuere Java-Clients auf einen Server, solange die Software mitzieht.
- Konsolen: Xbox, PlayStation und Switch können keine eigenen Server hinzufügen, sondern brauchen Umwege wie Bedrock Connect.
Crossplay-Server finden
In unserer Liste kennzeichnen wir Server mit Crossplay. Schau dir alle Bedrock Server an, sie umfassen auch Java-Server, die per Geyser für Bedrock geöffnet sind. Für Betreiber lohnt sich der Aufwand: Wer Bedrock-Spieler zulässt, spricht Handy- und Konsolenspieler an, eine große Zielgruppe, die viele Java-only-Server nicht erreichen. Wie du Spieler danach gewinnst, liest du im Ratgeber Minecraft Server erstellen und bekannt machen.
Fehlersuche bei Bedrock-Verbindungen
- Server nicht gefunden: Meist ist UDP 19132 nicht erreichbar. Prüfe Firewall, Hoster-Panel und Portweiterleitung.
- Verbindung bricht direkt ab: Häufig passt die Geyser-Version nicht zur Bedrock-Version. Aktualisiere Geyser.
- Name wird nicht akzeptiert: Beim Beitritt ohne Floodgate fragt der Server nach einem Java-Account. Installiere Floodgate oder erlaube Bedrock-Konten.
- Skins erscheinen nicht: Skins von Bedrock-Spielern werden von Geyser umgewandelt, das kann kurz dauern oder bei Sonderskins abweichen.
Auch die Eingabegeräte unterscheiden sich: Auf dem Handy wird per Touch gesteuert, auf der Konsole mit Controller, am PC mit Maus und Tastatur. Plane deshalb Menüs und Minispiele so, dass sie auf allen Geräten gut bedienbar sind. Große Klickflächen und einfache Befehle machen den Unterschied.
Fairness zwischen den Editionen
Bedrock- und Java-Spieler haben teils unterschiedliche Kampfmechaniken, Bewegungsabläufe und Steuerungen. Auf PvP-Servern führt das schnell zu Diskussionen. Sprich als Betreiber offen an, wie du damit umgehst, etwa mit getrennten Arenen, angeglichenen Regeln oder einem Hinweis in der Serverbeschreibung. Auch der Chat und die Moderation sollten für alle Plattformen gleich gut funktionieren, denn auf dem Handy tippen Spieler seltener lange Nachrichten.
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